Scholz rechtfertigt hohe Kreditaufnahme mit Pandemie
ABQnews| Deutschland / Berlin | Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat die für 2021 geplante hohe Neuverschuldung von fast 180 Milliarden Euro mit der Bewältigung der Corona-Pandemie gerechtfertigt.
Durch den Einsatz massiver Finanzmittel sei Deutschland bislang ökonomisch und sozial besser durch die Krise gekommen als von vielen anfangs erwartet, sagte der SPD-Politiker am Dienstag zum Auftakt der viertägigen Haushaltsdebatte des Bundestages. Dieser Weg werde weiter beschritten. Die hohe Neuverschuldung falle ihm keine Minute leicht, sie sei aber gerechtfertigt, um durch die Krise zu kommen. Zur Tilgung der Schulden müsse Deutschland auf das erneute Wachstum der Wirtschaft setzen. Dies sei auch nach der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 gelungen. “Deshalb ist es sehr plausibel, dass wir das schaffen können”, sagte Scholz.
Der Kanzlerkandidat der SPD für die Bundestagswahl 2021 attackierte die AfD, der er vorwarf, die Krise nicht ernst zu nehmen. “Es ist so, dass das, was sie heute gesagt haben, jeden Tag in den Krankenhäusern der Republik widerlegt wird”, sagte Scholz. Die AfD erzähle den Bürgern “etwas Falsches”. Es gelte vielmehr, jeden Tag deren Gesundheit zu beschützen.
Mit der Aussprache über den Etat des Finanzministeriums begann der Bundestag seine Beratungen über den Haushaltsentwurf für 2021. Der Etat mit Ausgaben von fast 500 Milliarden Euro soll am Freitag verabschiedet werden. Der Entwurf sieht mit fast 180 Milliarden Euro an neuen Krediten die zweithöchste Neuverschuldung in der Geschichte der Bundesrepublik vor. Dazu soll der Bundestag am Nachmittag mit Kanzlermehrheit erneut die Schuldenbremse im Grundgesetz aussetzen.
Quelle: Reuters
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