UN-Voraus-Team in Libyen überwacht den Waffenstillstand
ABQnews| UN / Libyen | Das Voraus-Team einer UN-Beobachtermission ist in Libyen eingetroffen, das nach einem Jahrzehnt des Konflikts und des Chaos plant, im Dezember Wahlen abzuhalten, teilten Quellen am Mittwoch mit. Die Gruppe von etwa 10 Mitarbeitern der Vereinten Nationen sei am Dienstag in die Hauptstadt Tripolis geflogen, um einen Waffenstillstand zwischen den beiden rivalisierenden bewaffneten Fraktionen des Landes zu überwachen.
Das unbewaffnete Beobachter-Team hat auch die Aufgabe, die Abreise von Tausenden von Söldnern und ausländischen Kämpfern zu überprüfen, die im ölreichen nordafrikanischen Land stationiert sind und bisher keine Anzeichen für eine Abreise gezeigt haben.
Libyen war nach einem von der NATO unterstützten Aufstand von 2011 in jahrelange gewaltsame Turbulenzen geraten. Dies führte zur Ermordung des langjährigen Diktators Muammar Qaddafi. Das Land wurde aufgeteilt zwischen der von den Vereinten Nationen anerkannten Regierung des Nationalen Abkommens mit Sitz in der Hauptstadt Tripolis und unterstützt von der Türkei und einer Regierung im Osten, die vom starken Mann Kalifa Haftar mit Unterstützung der Vereinigten Arabischen Emirate, Ägyptens und Russlands kontrolliert wird.
Die beiden Seiten verinbarten im Oktober einen Waffenstillstand, und die von den Vereinten Nationen geführten Gespräche führten seitdem zu einer neuen vorübergehenden Verwaltung, die im Februar unter der Leitung des designierten Interims-Premierministers Abdul Hamid Dbeibah gewählt wurde.
Eine diplomatische Quelle in Tunis sagte, das Voraus-Team, bestehend aus der UN-Mission in Libyen und Experten aus dem UN-Hauptquartier in New York, sei am Dienstag über die Hauptstadt des Nachbarlandes Tunis eingetroffen. Auf seiner fünfwöchigen Mission soll es nach Sirte reisen, einer Stadt an der Mittelmeerküste auf halbem Weg zwischen den östlichen und westlichen Machtzentren, sowie nach Misrata im Westen und Bengasi im Osten.
Eine diplomatische Quelle in New York sagte, das Team werde dem UN-Sicherheitsrat am 19. März einen Bericht über den Waffenstillstand und den Abzug ausländischer Truppen vorlegen. Nach Angaben der Vereinten Nationen befanden sich Anfang Dezember noch rund 20.000 Söldner und ausländische Kämpfer in Libyen. Die Frist für den Rückzug am 23. Januar verging, ohne dass Anzeichen für einen Rückzug erkennbar waren.
Der Sicherheitsrat empfahl Anfang Februar UN-Generalsekretär Antonio Guterres, nach dem Waffenstillstandsabkommen vom 23. Oktober eine Gruppe von Beobachtern in Libyen einzusetzen. In einem Bericht Ende letzten Jahres hatte Guterres selbst befürwortet, dass eine unbewaffnete Beobachtergruppe aus Zivilisten und pensioniertem Militärpersonal aus den Mitgliedstaaten der Afrikanischen Union, der Europäischen Union und der Arabischen Liga bestehen sollte.
Quelle:ABQnews/arabnews
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