US-Senator – Einigung auf milliardenschweres Corona-Hilfspaket steht
ABQnews| USA / Washington | In den USA machen Republikaner und Demokraten nach langem Ringen den Weg für milliardenschwere Corona-Hilfen frei.
“Endlich haben wir den parteiübergreifenden Durchbruch, den das Land benötigt”, sagte der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, am Sonntag (Ortszeit). Insgesamt werde das Konjunkturpaket rund 900 Milliarden Dollar betragen, das am Montag im Kongress verabschiedet werden soll. Das Paket sollte genügend Unterstützung finden, um beide Kammern des Kongresses schnell zu passieren, ergänzte Chuck Schumer, der Anführer der Demokraten im Senat. Es wäre der zweitgrößte Wirtschaftsimpuls in der Geschichte der USA, nachdem im März eine Finanzspritze in Höhe von 2,3 Billionen Dollar zur Abschwächung der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie verabschiedet worden war. Das Hilfspaket sieht unter anderem Zahlungen von 600 Dollar pro Person vor plus ein Zuschuss von 300 Dollar pro Woche zum Arbeitslosengeld. Laut Insidern sei für die amerikanischen Fluggesellschaften ein Betrag von 15 Milliarden Dollar vorgesehen. Das öffentliche Verkehrssystem und die staatlichen Highways würden demnach jeweils mit zehn Milliarden Dollar gefördert werden.
Allerdings klammert der Gesetzentwurf zwei der zwischen Republikanern und Demokraten umstrittensten Punkte aus: Die Republikaner forderten einen Rechtsschutz für Unternehmen vor Coronavirus-Klagen und die Demokraten beharrten auf mehr Hilfen für staatliche und lokale Behörden. Aber das neue Paket helfe den Behörden indirekt, indem es Milliarden für Schulen, Coronavirus-Tests und andere Ausgaben vorsehe, erklärte Schumer. Der Deal sei erst die Grundlage für weitere Hilfen in 2021. Die Demokraten würden nach dem Amtsantritt des designierten Präsidenten Joe Biden am 20. Januar auf weitere Konjunkturimpulse drängen, so Schumer weiter.
Das Hilfspaket ist an ein reguläres Haushaltsgesetz für das neue Fiskaljahr im Volumen von 1,4 Billionen Dollar angedockt. Die Frist für die Verabschiedung des neuen Haushalts wäre am Sonntag um Mitternacht abgelaufen, aber der Kongress hatte eine Verlängerung eines Überbrückungshaushaltes um einen Tag durchgewunken und damit einen Stillstand des öffentlichen Lebens verhindert.
Die USA sind das von der Coronavirus-Pandemie am schwersten getroffene Land: Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Reuters sind in den Vereinigten Staaten mehr als 17,61 Millionen Fälle gemeldet. Insgesamt sind bislang über 315.000 Menschen an oder mit dem Virus gestorben. Die Notenbank Fed drang ebenso wie der designierte Präsident Joe Biden wegen der Lage am Arbeitsmarkt und der Existenznöte vieler Amerikaner darauf, den Weg für Nothilfen umgehend freizumachen.
Quelle: Reuters
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